Mai 2020

31.05.20
Pfingsten
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Kräftig wie Feuer oder Wind wird er dargestellt. Erfüllt vom heiligen Geist fingen die Jünger an zu predigen „in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab“. Pfingsten – das ist der Geburtstag der Kirche.

Ein Kurzzimpuls aus Buch...:

29.05.20
An(ge)dacht - Pfingsten 2020:

Sie sitzen beieinander, alle im Haus, Fenster und Türen geschlossen, draußen eine Welt, die sie nicht mehr verstehen. Jesus, dem sie vertraut und alles zugetraut hatten, ist gegangen. „In die Himmel“, „zum Vater“, „zum Anfang zurück“, dorthin, wo Zeit und Ewigkeit zusammenfließen – so hat er es ihnen versucht zu erklären.
Sie haben es nicht verstanden. Zurück bleiben Enttäuschung und Ratlosigkeit, Schweigen. Der Feiertag vor den Fenstern lässt sie kalt. Niemand versteht ihr Dilemma. Sie sitzen und warten, erwarten irgendetwas: ein Zeichen, ein Fünkchen Hoffnung, neuen Schwung.
Zwischenzeitlich warten und Ratlosigkeit aushalten, ist schwer. Die Jünger macht es ängstlich und stumm.

Doch plötzlich brennt es ihnen auf der Zunge und es bläst ihnen den Kopf frei! Reden müssen sie! Nicht Schweigen! Reden von dem, was sie erlebt haben und worauf sie trotz allem vertrauen: auf Gott! Und sie reden davon mit so geistreichen Worten, dass sie verstanden werden. Und alle miteinander sind überrascht. Mit soviel Verständnis und neuer Kraft hat keiner gerechnet.

Eine heilsame Erfahrung.
Es grüßt sie herzlich Ihre Pfarrerin Claudia Rost

26.05.20
Die Pfingstgeschichte

 <<< in verteilten Rollen zum Nachhören hier >>>


Foto: Waiting For The Word, flickr
24.05.20
Der Sonntag Exaudi
Jesus nimmt Abschied von seinen Jüngern. Dieser Abschied trägt in sich die Verheißung des Wiedersehens: „Ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen“.

ein Kurzimpuls aus Bittkau...:

21.05.20

Angedacht – Himmelfahrt 2020



Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde … Die Erde war wüst und leer … Und der Himmel?

Der Himmel findet viele Male Erwähnung in den Texten der Bibel …
Wie wird er uns beschrieben? Und wie sieht der Himmel für mich aus? Wie erlebe ich ihn gar!
Gerade jetzt im Jahr 2020 – Virus und Einschränkungen, Verzicht und Abstand prägen unseren Alltag, was macht das mit uns, mit mir?

Von „Alter Zeit“ her war der Himmel ein Zeichen für Gottes Nähe und Zuwendung zu den Menschen. Sehnsüchte und Hoffnungen richteten sich gen Himmel. Menschliche Erwartungen, Ängste und auch Freuden wurden im Gebet in Richtung Himmel gewandt.
Der „Himmel“ als ein Zufluchtsort, Schutzraum und Geborgenheit! Kindliche Freude und Unbeschwertheit, ja - Leichtigkeit machen sich in mir breit.
Ein gutes Gefühl!

In der Tageslosung für Christi Himmelfahrt steht 2020 ein Text aus Johannes 12,32: „Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen“

Welch ein Versprechen! Fast wie ein Ruhepolster, eine Auffangstation: wenn es mir einmal den Boden unter den Füßen wegreißt. Wenn mein Alltag von einem auf den anderen Tag durcheinander gewirbelt ist. „Der Himmel geht über allen auf ..“ Welch ein Trost!

Es lohnt sich einmal in Ruhe dem „Himmel“ nachzusinnen.
Wohin ist Jesus vor den Augen seinen Freunden in alter Zeit entrückt - Wo und was ist sein „Himmel“, seine Sehnsucht für uns Menschen? Er hat es den Menschen seiner Zeit vorgelebt und die Jünger sind mit ihm gezogen. Sie werden seine Botschaft, sein Leben und Handeln in die Welt tragen. So wie es ihnen zum Pfingsttag aufgetragen wurde.

Ja – und wo ist mein „Himmel“? Wie fühlt er sich für mich an? Gerade jetzt in der Zeit der Krise! Wir sind vor Schlimmeren verschont geblieben. Gott sei Dank! Die Menschen sind folgsam und allmählich lockern sich die Regelungen. Dennoch die Beschränkungen bleiben und die Gefahr von dem Virus erfasst zu werden, ist noch nicht gebannt. Augenmaß und Sorgfalt sind auch weiterhin unser täglicher Begleiter. Wie lange noch? Das kann keiner sagen, es kommt auf jeden Einzelnen an. Die Welt scheint aus den Fugen geraten … auf einmal sind ganz andere Werte wertvoll.

Dass Erde und Himmel dir blühen, dass Freude sei größer als Mühen,
dass Zeit auch für Wunder, für Wunder dir bleib und Frieden für Seele und Leib!

Mit dem Liedtext von Kurt Rose grüße ich ganz herzlich aus der Kirchengemeinde.

Ich wünsche allen eine gute Zeit und bleiben sie behütet!
Beate Muskulus - gemeindepädagogische Mitarbeiterin


Ruth, 10 J., Hüselitz

20.05.20

„Was steht ihr da und seht zum Himmel?“, werden die Jünger am Himmelfahrtstag gefragt. Guckt nicht nach oben, sondern guckt in die Welt: Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.



Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben; sie aber fielen vor ihm nieder. (Lk 24,50-52a)

>>> Ein kleines Hörspiel zu Himmelfahrt, von den Gemeindepädagogen des Kirchenkreises <<<


Nora, 9 J., Heeren

17.05.20

Der Sonntag Rogate – Betet!
Laut oder leise, gemeinsam oder mit anderen, frei oder mit geprägten Worten: Betet! Im Mittelpunkt des Sonntags steht die Ermutigung zu Gebet und Fürbitte. Das Gebet steht unter der Verheißung des Wochenspruchs: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft!“

Der Gottesdienst aus Grieben...:

14.05.20

Aller Anfang ist schwer – besonders in diesen Tagen. Was fange ich jetzt wieder an? Was lasse ich besser noch? Wem vertraue ich bei meinen Entscheidungen? Was dem einen zu weit geht, ist der anderen noch zu wenig.
Fußballfans drängen auf die Wiederaufnahme der Spiele, die Kirchen auf ihre Gottesdienste, die Gastwirte auf Öffnung. Mein Herz sagt: gerne! Mein Verstand ist überfordert. Wo mein Wissen aufhört, muss ich auf den Rat von Experten vertrauen und auch die sind nicht einer Meinung. Aller Anfang ist schwer und das Wiederanfangen auch. Schritt für Schritt tasten wir uns unsicher voran. Wo unser Wissen aufhört, beginnt das Vertrauen: Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort Gottes Hand mich halten. Mitunter höre ich, wir seien gestraft. Mancher meint sogar von Gott. Woher will der Mensch das wissen?
… wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.

Es grüßt sie herzlich Ihre Pfarrerin Claudia Rost

10.05.20
Der Sonntag Kantate
Kantate – Singt! "Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!" Dem Jubel über die Erneuerung der Schöpfung folgt der Sonntag des Lobgesangs zu Gottes Ehre. Heute steht die Musik im Mittelpunkt: „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen!“

ein Kurzimpuls, mal etwas anders...:


08.05.20
Psalm 36: HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist...

Abgesagt ist nicht alles. Frühling ist nicht abgesagt. Beziehungen, Zuwendung, Lesen, Musik, Phantasie, Gespräche – nicht abgesagt!
Freundlichkeit ist nicht abgesagt. Hoffnung ist nicht abgesagt. Ganz im Gegenteil.

Ich glaube, Hoffnung ist angesagter denn je. Ich freue mich über so manche wiedergewonnenen Freiheiten und hoffe, dass sie angemessen sind. Ich hoffe auf neue Möglichkeiten für Geschäftsleute und Künstler. Ich hoffe auf mehr Unbeschwertheit für die Kinder. Aber vor allem hoffe ich, dass Gottes Güte uns bei all dem trägt.
Mund-Nasen-Schutz mag zur Zeit angebracht sein, die Augen verschließen aber nicht. Behalten wir einander im Blick. Bei aller Freude, denke ich an die, für die vieles begrenzt bleibt. Ich denke an die Senioren in den Heimen, an Ältere und Vorerkrankte. Ihre Situation sollen sie nun nicht einfach wieder alleine tragen.

Zuwendung und Freundlichkeit sind daher nicht abgesagt! Gottes Güte auch nicht. Sie reicht soweit der Himmel ist und seine Gegenwart mitten in unsere Tage hinein. Wie auch immer wir versuchen richtig zu leben, unter dem Schatten seiner Flügel werden wir Zuflucht haben.

Es grüßt sie herzlich Ihre Pfarrerin Claudia Rost

03.05.20
Der Sonntag Jubilate
Jubilate – Jubelt! Jubilate ist der Sonntag der Neuschöpfung: Erinnerung an die erste Schöpfungsgeschichte, Jubel über die Auferstehung als Neuschöpfung, Hoffnung auf den verheißenen neuen Himmel und die neue Erde.

ein Kurzimpuls aus Grieben...:


02.05.20
Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte...


Die kleine Schafherde habe ich vor Ostern bei einem Spaziergang entdeckt.

Nahezu aus dem Stand hoben die Lämmer mit allen Vieren gleichzeitig ab, unbändige Sprünge voller Lebensenergie. Ihre Wiese war schon ziemlich abgegrast und trocken, aber das tat ihrer Lebensfreude keinen Abbruch.

Die kleine Herde ist immer noch da. Ihr Hirte wohl auch. Er ist zwar nicht zu sehen, aber er hat seine Herde nun auf eine neue, saftige Weide umgesetzt. Für frisches Wasser hat er auch gesorgt. Sie haben, was sie brauchen.

Unser täglich Brot haben auch wir. Trotzdem fühlen sich die Tage seltsam karg an. Es fehlt der unbeschwerte Umgang miteinander, Besuche, Freude, Alltag. Vieles geht noch nicht, manches wieder - Gott sei Dank!

Die Unsicherheit bleibt. Sicher ist das Leben ja eigentlich nie. Aber selten spüren wir das so, wie jetzt. Doch wenn ich die Lämmer so unverschämt lebensfroh springen sehe, dann erquickt das meine Seele. Ich muss lächeln und weiß wieder: auch mein Leben ist behütet - in guten und in kargen Tagen.

Es grüßt sie herzlich Ihre Pfarrerin Claudia Rost