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07.07.2020

An(ge)dacht:


„So, wie es war, wird es nicht mehr.“ - höre ich in letzter Zeit häufiger. Und dann zuckt es in mir. Warum denn so pessimistisch, will ich einwenden und lasse es. So wie es war, wird es nicht mehr! Das ist wohl richtig. Natürlich hoffe ich darauf, dass irgendwann alles wieder normal ist. Obwohl ich nicht so genau weiß, was „normal“ dann bedeutet. Vielleicht, dass ich mich an manches gewöhnt habe, es sich dann „normal“ anfühlt? An das Masketragen und Abstandhalten werde ich mich wohl nie gewöhnen.

Aber will ich, dass alles wieder so wird und bleibt, wie wir es gewohnt waren? Schlecht bezahlte Pflegekräfte, unmenschliche Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie, auf Kosten von Mensch, Tier und Natur weiter wie bisher?
Das Seufzen der Schöpfung – wie Paulus schreibt, ist dieser Tage deutlich zu hören. Unser aller Seufzen auch! Natürlich hätten wir auf das Virus lieber verzichtet. Aber es ist da und das, was wir erleben und lernen ebenso.

Etwas Neues und durchaus Schönes entsteht nicht selten genau da, wo wir aus unseren gewohnten Bahnen katapultiert werden und unser Leben neu ausbalancieren müssen. Dann stellt sich die Frage: Was soll anders werden? Und worauf hoffen wir?

Ihre Pfarrerin C. Rost